Lucas Cranach d.Ä. (1472-1553) ist der Hauptmeister der „sächsischen-mitteldeutschen Schule“. Er ist der Begründer eines außerordentlich erfolgreichen Stils und Werkstattbetriebs sowie einer Künstlerdynastie, deren Dauer und Wirksamkeit über mehrere Generationen in der Epoche ohne Parallele ist.
1 Nach mutmaßlicher Wanderschaft arbeitete Cranach ca. 1495-1498 in der Werkstatt seines Vaters. Im Jahre 1504 wurde er als Nachfolger von Jacopo de’Barbari zum Hofmaler des kursächsischen Herzogs, Friedrich III. des Weisen, berufen. Im darauf folgenden Jahr eröffnete er eine Werkstatt in Wittenberg. Neben religiösen Themen traten ab 1509 auch profane hinzu. Weitreichende künstlerische und persönliche Folgen hatte für Cranach die Reformation ab 1517. Er wurde nicht nur zum Porträtist Luthers, dem er auch persönlich verbunden war, sondern auch als Bildschöpfer im Rahmen der (eher bilderfeindlichen) reformatorischen Lehre zu einem Protagonisten der protestantischen Bewegung und zum Begründer der protestantischen Ikonographie.
In Bundesbesitz befinden sich 17 Gemälde, die von Lukas Cranach d.Ä. oder seiner Werkstatt gefertigt wurden.
Dargestellt ist hier die biblische Szene, in der Eva Adam den Paradiesapfel reicht und damit den Sündenfall begeht. Links neben Adam sind ein Hirsch und eine Hirschkuh sowie zwei Rebhühner dargestellt. Im rechten Bildfeld sind ein Löwe und Hasen gezeigt. Hinterfangen wird die Szene von einem dichten Wald. Das Gemälde ist mit der Flügelschlange, dem Markenzeichen Cranachs, unten rechts auf dem Stein vor dem Hasen signiert und darunter mit dem Jahr 1527 datiert.
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1 Vgl. im Folgenden Saur 1999, Bd. 22, S. 169-170.
2 Dies kann dem Restaurierungsbericht des Schleswig-Holsteinischen Landesmuseums im Jahre 1968 entnommen werden.